Künstlergesamtliste

Vernissagen

20.4.2018 - 20.10.2018

ICON-INSTITUT

HANS P. CHRIST / Vom Augen-Blick zum Bild

Hans P. ChristBilder zwischen Andeutung und Deutung

Der Kölner Psychoanalytiker und Fotograf Hans P. Christ, der in seinen beiden Berufsfeldern mit der Beziehung zwischen formalen Wahrnehmungsvorgängen und der Entstehung von Bedeutungsvorstellungen befasst ist, zeigt im Icon Institut in Köln-Marienburg Fotografien, die Vorgänge der Aufmerksamkeits- und Vorstellungsbildung und des Zeiterlebens verbildlichen können. Der „Augen-Blick“ ist eine mögliche Voraussetzung von Perspektivenbildung und Bedeutungsgenerierung. Der Betrachter wird zu Perspektivwechseln angeregt, wodurch nicht Eindeutigkeit, sondern von Vorläufigkeiten geprägte Suchbewegungen entstehen. Die Beziehung zwischen Betrachter und Bild wird gefordert. Die Exponate stammen aus den Bereichen Dokumentar-, inszenierter, narrativer und abstrahierender Fotografie.

Vernissage am 20.04.18 um 18 h

ICON-INSTITUT
Von-Groote-Str. 28
50968 Köln (Marienburg)

http://www.icon-institute.de/index.html
14.4.2018 - 7.7.2018

In Fokus

so beautiful

Newton"so beautiful" führt den Betrachter auf eine Reise, um Meisterwerke der Fotografie von 1940 bis heute zu entdecken, die die Frauen bewundern und die Schönheit der Frauen abbilden wollen.

Das "Bewundern von Bäumen und Frauen" im Gedicht des Schweizer Lyrikers Gomringer ist in Augen mancher Sexismus und soll deshalb durch das Übermalen des Gedichtes an einer deutschen Hochschule aus der Öffentlichkeit getilgt werden. Ohne jeden Zweifel verdient sexuelle Gewalt Gehör, jedoch muss aufgepasst werden, dass die Kunst im Rahmen der #MeToo Debatte nicht an Freiheit verliert.

BassmannDie Ausstellung "so beautiful" nimmt sich die Freiheit gerade im Rahmen der #MeToo Diskussion Schönheit und Ästhetik zu thematisieren und stellt sich gegen einen Trend in der aktuellen Fotografie das Alltägliche, das Banale und das Häßliche darzustellen.

Gerhard Richter (geb. 1932) einer der erfolgreichsten Künstler der Gegenwart sagte 2005:
»Es ist schwierig mit der Schönheit, wir sind uns nicht mehr einig, was darunter zu verstehen sein sollte. Sicher liegt es auch daran, dass der Begriff Schönheit so abgedroschen ist oder klingt. So wie »das Gute« und »das Wahre«. Aber das ändert nichts am Wert solcher idealen Eigenschaften und daran, dass die Menschen Schönheit brauchen. Für mich war Schönheit immer ein Kriterium für die Qualität von Kunstwerken, gleich welcher Art und aus welcher Zeit. [...] Ganz simpel ist Schönheit erst mal das Gegenteil von Zerstörung und Auflösung und Beschädigung, und damit ist sie schon mal untrennbar mit Form verbunden, ohne die nichts entstehen kann.« (Spiegel Nr. 33, S. 128 - 132)

Die Gruppenausstellung zeigt Werke berühmter Fotografen u.a.: Lillian Bassman, Ruth Bernhard, Edouard Boubat, Jean Philippe Charbonnier, Lucien Clergue, Frantisek Drtikol, Elliott Erwitt, Franco Fontana, Greg Gorman, René Groebli, FC Gundlach, Frank Horvat, William Klein, Helmut Newton, Marc Riboud, Willy Ronis, Jan Saudek, Jeanloup Sieff und Karin Székessy.

http://www.infocusgalerie.de
3.3.2018 - 1.7.2018

Museum Ludwig

HIER UND JETZT im Museum Ludwig

Günter Peter Straschek. Emigration – Film – Politik

Günter Peter Straschek, Jean-Marie Straub/Danièle Huillet, Eran Schaerf

Gedreht, beschlagnahmt, verschollen: Günter Peter Strascheks Kurzfilm Ein Western für den SDS ist ein Schlüsselwerk der 1968er-Revolte, das niemand gesehen hat und das eben deshalb zur Legende wurde. Jetzt feiert der Western im Museum Ludwig Premiere. Er wurde während der Vorbereitung der Ausstellung Günter Peter Straschek: Emigration – Film – Politik gefunden. Im Zentrum dieser ersten Ausstellung zu Strascheks filmischem Schaffen steht sein Hauptwerk Filmemigration aus Nazideutschland: Die fünfstündige WDR-Fernsehserie lässt 50 Geflüchtete aus der Filmbranche zu Wort kommen, die von den Nazis ins Exil getrieben wurden. Sie wurde 1975 produziert und schlummerte über vier Jahrzehnte im Archiv des WDR.

StraschekDer Österreicher Günter Peter Straschek (1942–2009) gehörte wie Hartmut Bitomsky, Harun Farocki und Helke Sander dem ersten Jahrgang der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) an, der 1966 seine Ausbildung in Westberlin aufnahm. Die Filmstudent*innen brachten sich in die Neue Linke ein, sie dokumentierten soziales Elend, zeichneten Demonstrationen auf, unterstützten Kampagnen. Strascheks erster Film Hurra für Frau E. (1966) ist das nüchterne Porträt einer Mutter, die mit Prostitution die staatliche Fürsorge aufbessert. Sein Western für den SDS (1967/68) schildert die Entwicklung der Linken als Lernprozess von Frauen, die in der Bewegung ihr Bewusstsein schärfen, aber weiterhin nichts zu sagen haben. Die Querelen um den Film zeigt die DFFB-„Wochenschau“ Requiem für eine Firma (1969): Der Western wird von der Direktion beschlagnahmt, 18 Studenten, die sich mit Straschek solidarisiert haben, werden von der Akademie relegiert. Die „revolutionäre Filmarbeit“, der sie sich in diesen Monaten widmen (Straschek und Meins drehen mit Frankfurter Schüler*innen), kommt bald zum Erliegen. Strascheks Zum Begriff des „kritischen Kommunismus“ bei Antonio Labriola (1970) weist auf die Kluft zwischen Arbeitern und Intellektuellen hin und schildert so bissig wie witzig die „Schwierigkeiten der Revolution“ (Labriola).

Labriola_3In den frühen 1970er Jahren wendet sich Straschek der Filmgeschichte zu. Während der Arbeit an seinem Handbuch wider das Kino (1975) stößt er auf das Thema, das ihn bis zu seinem Tod beschäftigen wird: das Exil von Filmschaffenden aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Über 2.000 Filmleute mussten vor den Nazis fliehen, von Prominenten wie Billy Wilder oder Lotte H. Eisner bis zu unzähligen heute vergessenen Schauspieler*innen, Cutter*innen und Autor*innen. Straschek ist meist der erste und oft der einzige, der sich für ihren Lebensweg interessiert. In der WDR-Fernsehserie kommen 50 von ihnen zu Wort. Die Einstellungen sind meist unbewegt und außergewöhnlich streng komponiert. Strascheks Blick ist so präzise wie einfühlsam: ein beharrlicher Blick, der die verleugnete Vergangenheit auf die Tagesordnung setzt.
Geschult hat er diesen Blick auch im Kino, etwa am kompromisslosen Werk der Filmemacher Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, mit denen er seit Mitte der 1960er Jahre befreundet ist. In der Ausstellung ist Straubs und Huillets Einleitung zu Arnold Schoenbergs „Begleitmusik zu einer Lichtspielscene“ (1972) zu sehen. Straschek liest darin Briefe aus den 1920er Jahren, in denen Schoenberg antisemitische Bemerkungen Wassily Kandinskys scharf zurückweist.

Die Ausstellung wurde vom Berliner Künstler Eran Schaerf gestaltet.

Günter Peter Straschek. Emigration – Film – Politik ist die vierte Ausstellung innerhalb der Projektreihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig. Für Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig, steht die Ausstellung von Günter Peter Straschek exemplarisch für den interdisziplinären Ansatz der Reihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig, die die Konventionen der Museumsarbeit hinterfragt und sie auf vielfältige Weise produktiv öffnet. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem WDR Köln. Sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Außerdem wird sie unterstützt von der Fördergruppe HIER UND JETZT aus dem Kreis der Mitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e. V. sowie der Stiftung Storch.

Kuratorin: Julia Friedrich

http://www.museum-ludwig.de/

Im Fokus

Helmut Newtonin focus Galerie
"so beautiful"

14.4.-07.07.18

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