Künstlergesamtliste

Vernissagen

12.3.2022 - 25.9.2022

Museum Angewandte Kunst

40 Jahre laif

Zum 40-jährigen Bestehen der Kölner Fotoagentur laif zeigt die Ausstellung 40 Positionen dokumentarischer und journalistischer Fotografie von 1981 bis 2021.

40 Jahre laifDie von Kurator Peter Bialobrzeski, gemeinsam mit Peter Bitzer und Manfred Linke ausgewählten Fotograf*innen reflektieren in ihren Arbeiten die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarität Menschen verbinden. Darüber hinaus spiegeln die Arbeiten die ästhetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute wider. Anhand der von der Berliner Gestalterin Sarah Fricke entwickelten Präsentation werden 40 Jahre Zeitgeschichte lebendig.

http://www.makk.de/
26.6.2022 - 24.8.2022

Martina Kaiser

Thorsten Kern

10.6.2022 - 6.8.2022

Thomas Rehbein

Joëlle Dubois – FORGET ME NOT

Die Thomas Rehbein Galerie präsentiert unter dem Titel FORGET ME NOT, die zweite Einzelausstellung mit der belgischen Künstlerin Joëlle Dubois (*1990, Gent).
Das Vergessen und das Vergessenwerden stellt für den Menschen eine der größten Ängste dar, gerade im Angesicht tiefer Verbundenheit zu einer anderen Person. Denn was bleibt von uns übrig, wenn die Erinnerung verrinnt? Was sind wir dann und was waren wir vorher?
FORGET ME NOT ist ein Imperativ, eine Bitte und ein persönlicher Wunsch – die Erinnerung daran, nicht zu vergessen. Und nicht vergessen zu werden.
„Vergiss mich nicht“ bedeutet unweigerlich Abschied und das Bewusstsein darüber, dass sich die Lebenswege auf physische oder emotionale Weise voneinander entfernen. Das Symbol, die Blume „Vergissmeinnicht“, trägt die Metaphorik von Verlust und Schmerz, gleichermaßen jedoch, tiefgehender Emotion und Verbindung.
Erinnern bedeutet auch immer vergessen. Die Dichotomie dieser Realität und der Prozess, welcher der Akzeptanz dieser vorausgeht, verkörpern die neuen Gemälde Joëlle Dubois‘, die der Mutter, der Krankheit und der Auseinandersetzung mit dieser gewidmet sind.

Mutter und Tochter begegnen sich in den beiden Portraits Looking At Me und Looking At You (2022) auf Augenhöhe. Einander zugewandt, bekommt jede für sich ihren Raum im eigenen Bild, der den Rahmen für den Ausdruck, die Gefühle und das Ungesagte der Dargestellten gibt. Der Blick der Mutter herüber zu ihrer Tochter, trifft auf ihren Blick ins Außen, in Richtung der Betrachtenden. Beide weinen. Die auf weichem, monochrom gehaltenen Hintergrund Portraitierten, stehen sich in würdevoller Profilansicht gegenüber und spiegeln das Bewusstsein darüber wider, dass sie langsam vergessen, wie die Mutter war und wer nun die Mutter ist. Die Rollen sind unscharf und schleichend aus der Balance geraten und wägen sich in Unsicherheit über das Kommende. Doch die Waagschale wird symbolisch gehalten, durch die krönenden Kränze aus Vergissmeinnicht, hier mit lilafarbenen Blüten, die Mutter als auch Tochter in den Haaren tragen. Die Blumenkränze verkünden das genetische Erbe, das die Mutter an ihre Tochter weitergibt, und das emotionale Band zueinander, das beide unabänderlich mit sich tragen. Die stumme und doch so bedeutungstiefe Kommunikation in den Blickrichtungen zwischen den beiden Dargestellten, trägt die Schwingung von Trauer und Verzweiflung, doch gleichzeitig der Einigkeit. Die stille Übereinkunft der beiden vermittelt, dass es nun die Aufgabe der Tochter ist, die Weisheit der Mutter anzuerkennen, weiterzuführen, und die Rolle der sorgenden Mutter zu übernehmen.
Das Gemälde Bed Habits (2022) ist eine Hommage an die Werke von Annette Lemieux (Bad Habits, 2015) und Philip Guston (Painting, Smoking, Eating, 1972).
Ferner ist es eine Hommage an Joëlles Mutter und ihre Vergangenheit. Die persönlichen Vorlieben, das Rauchen und Essen von Pommes Frites als ungeschönte Eigenheit, stehen repräsentativ für Gewohnheiten, die die Mutter vor ihrer Krankheit pflegte. Doch nun, eingenommen und fast verschlungen vom eigenen Bett, ist es nur die Erinnerung an diese Lebhaftigkeit und ihre rebellische Natur, die bleibt.
„I am slowly losing someone who is still there“ (Joëlle Dubois), trifft den Wortlaut dieses Gefühls.

http://www.rehbein-galerie.de
1.8.2020 - 30.7.2022

SKULPTURENPARK KÖLN

KölnSkulptur #10

ÜberNatur – Natural Takeover

Der Skulpturenpark Köln ist ein besonderer Ausstellungspark, an dem die einstmals von Michael und Eleonore Stoffel zusammengetragene Sammlung gemeinsam mit Leihgaben vergangener KölnSkulptur-Ausgaben präsentiert wird. Alle zwei Jahre ergänzen wechselnde Kurator:innen den Parkbestand um neue Arbeiten, die zum Großteil speziell für die Ausstellung konzipiert werden. Der Skulpturenpark Köln ist ein interessanter Hybrid aus Dauer- und temporärer Gruppenausstellung.

 
kölnskulpturÜberNatur – Natural Takeover ist die inzwischen 10. Ausgabe der KölnSkulptur. Inspiriert von der Lage des öffentlichen Parks zwischen Rhein, Kölner Zoo, Flora und Botanischem Garten wurden diesmal Arbeiten in Auftrag gegeben, die sich mit dem Thema Natur auseinandersetzen und auf diese Weise mit ihrer Umgebung korrespondieren.

Lois Weinbergers Spur (2015) kann als Fundament für die diesjährige Ausstellung betrachtet werden. Bei der für die KölnSkulptur #8 in Auftrag gegebenen Arbeit handelt es sich um eine sechzig Meter lange, durch den Park geschlagene Schneise, in der nach und nach ein Ökosystem aus (Unkraut-)Pflanzen und Tieren entstanden ist. Die Schneise ist ein Einschnitt in die Parklandschaft und fragt nach den Bezügen zwischen artifizieller Planung und natürlicher Pflanzung. Das Oszillieren zwischen „Natürlichkeit“ und „Künstlichkeit“ und die Infragestellung dieser gegensätzlichen, ohnehin vagen und wechselhaften Begriffe bildete den Ausgangspunkt für Überlegungen darüber, welche Kunstwerke für die KölnSkulptur #10 ausgeliehen oder in Auftrag gegeben werden sollten. Die aktuelle Ausgabe betont den „Park“ im „Skulpturenpark“ sowohl als konkrete Örtlichkeit, als auch im Hinblick auf die wachsende Sorge um den Platz des Menschen in einem größeren ökologischen Kontext, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen in mannigfachen Zusammenhängen und vor dem Hintergrund der Umwelt- beziehungsweise Klimakrise koexistieren.

KölnSkulptur #10 öffnet inmitten einer verheerenden globalen Pandemie, die durch den seltenen Übersprung eines Virus von einem Tier auf den Menschen ausgelöst wurde. Durch die immer stärkere Vernetzung der Welt konnte sich das Virus millionenfach verbreiten. Die „neue Normalität“, mit der wir durch die Pandemie konfrontiert sind, lässt uns die Welt mit anderen Augen betrachten. Kunst und Kunstausstellungen sind davon nicht ausgenommen. Es kommt jetzt darauf an, das gesellschaftliche Bewusstsein für die globalen Folgen des wirtschaftlichen Wachstumsstrebens und dessen Auswirkungen auf die Umwelt zu schärfen. Gleichzeitig geht es darum, sich wieder auf die visionäre Kraft der Kunst und ihre Fähigkeit zu besinnen, Neues zu denken und neue Sinn-Formen zu erschließen, vor allem solche, die von Logiken der Nützlichkeit und Effizienz unberührt sind.

ÜberNatur – Natural Takeover hinterfragt die Monumentalität von Außenskulpturen. Die Ausstellung changiert zwischen klein- und großformatigen Exponaten. Bei der kleinsten Arbeit von Ayşe Erkmen handelt es sich um eine Nachbildung der letzten hawaiianischen Baumschnecke, die Lonely George genannt wurde und 2019 starb, nachdem Wissenschaftler:innen vierzehn Jahre lang erfolglos versucht hatten, eine Partnerin für den Gastropoden zu finden. Bei der größten Arbeit von Dane Mitchell handelt es sich um zwei künstliche Bäume, die zur Tarnung von Funkmasten und Überwachungstechnologien in China massenproduziert werden. Sie wurden von der letztjährigen Biennale in Venedig, wo sie als Beitrag des Neuseeländischen Pavillons zu sehen waren, nach Köln gebracht.

Neben diesen beiden Arbeiten können Besucher:innen fünf weitere Werke erleben, die grundlegende Fragen der Geburt, des Entstehens, des Wachstums und des Verfalls berühren. Dabei werden verschiedene Stränge unterschiedlicher Ebenen miteinander verwoben, um vielfältige Verbindungen zu schaffen.

Im Zentrum der „neuen Normalität“ steht das Bedürfnis zu kommunizieren, verstanden zu werden und zu verhandeln. Mary Bauermeisters Skulptur Rübezahl kann als Mittelpunkt der KölnSkulptur #10 angesehen werden. Die Arbeit bietet den Besucher:innen einen Ort zum Nachdenken und Sichversenken und öffnet einen Raum, an dem die Natur übernimmt.


Tobias Berger

Kurator KölnSkulptur #10

http://www.skulpturenparkkoeln.de/

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