Künstlergesamtliste

Vernissagen

21.10.2022 - 26.10.2022

Artgalerie7

Wir bitten zu Tisch

Suscha Korte und Sala Lieber


http://www.artgalerie7.de/
2.9.2022 - 8.10.2022

Thomas Rehbein

François Jacob -Là où personne ne t’attend

Als ob sie aus einem dunklen Märchenwald auf die von zarten weißen Blüten übersäte Lichtung getreten sind, führen zwei Figuren in hellen Gewändern am Fuße eines Wasserfalls ein tänzerisch synchrones Ritual vor, ein Bein jeweils spielerisch ausgestreckt. Ein erhobener Zauberstab richtet sich auf den Punkt im Gebirge, aus dem sich die Kaskade den Bachlauf abwärts durch das Bild ergießt. Zwar von menschlicher Gestalt, sind die von einem magisch anmutenden Glimmen umfangenen, in einer romantischen Mitsommernachtsstimmung eingefangenen lichten Wesen von unbestimmter Herkunft. Die Leuchtkraft ihrer fast durchscheinenden Anwesenheit rückt sie in die Nähe von Bewohnern überirdischer Sphären wie Elfen, Feen und Nymphen. François Jacob (*1976) nennt die rätselhaften Protagonisten des gleichnamigen Gemäldes „Sourcières“. Die Bezeichnung ist seine Neuschöpfung bestehend aus dem (männlichen) Wünschelrutengänger (frz. „Sourcier“) – der nach geheimen Wasserquellen sucht – und der (weiblichen) Hexe (frz. „Sorcière“). Mit der Hybridisierung der Darstellung setzt Jacob Identitäten und Ordnungen außer Kraft, um stattdessen einen allgegenwärtigen, den Bildgegenstand bestimmenden Zauber der Zweideutigkeit zuzulassen.
François JacobDie Gemälde von François Jacob (*1976) entstehen aus der Zusammenführung unterschiedlicher motivischer Elemente und Bildausschnitte, die meist aus anonymen Archivbeständen aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen. Um die Vorlagen aus Büchern, Filmen, Theaterszenen, anonymen und eigenen Aufnahmen möglichst unvoreingenommen, mit einem „unschuldigen Zugang“, wie der Künstler sagt, nutzen zu können, scannt Jacob sie ein und löst Teile aus dem ursprünglichen Bild- und Bedeutungszusammenhang heraus. Durch den Entzug der Farbwerte werden die Bildfragmente zusätzlich einer nivellierenden Eintönigkeit von Schwarz-Weiß- Grauwerten unterzogen, der Bezug zur abgebildeten außerbildlichen Wirklichkeit erschwert. Aus dieser heterogenen Sammlung entleerter, neutralisierter Bildeinheiten generiert Jacob sein Motivrepertoire. Die Leinwand dient ihm als Bühne, auf der er sein Bildpersonal mit gesteigerten malerischen Effekten zu surreal anmutenden Tableaus arrangiert um Akte der Repräsentation zu inszenieren.

François JacobWir freuen uns mit Lá oú personne ne t'attend, die fünfte Ausstellung mit dem belgischen Künstler François Jacob (*1976) in der Thomas Rehbein Galerie anzukündigen. Ausgehend von alten fotografischen Vorlagen und Archivmaterial aus dem 19. und 20. Jahrhundert entstehen die Gemälde von François Jacob als Zusammenführungen unterschiedlicher motivischer Elemente und Bildausschnitte. Es sind malerisch verdichtete Kompositionen, aus denen jeglicher Verweis auf einen ursprünglichen Bild- und Bedeutungszusammenhang getilgt ist. Oft umgeben von diffus leuchtendem Dunst und voluminösen Wolkenformationen, tauchen die Akteure des rätselhaften, bühnenartig arrangierten Bildgeschehens als enigmatische Erscheinungen aus einem nebulösen Nichts auf, um im Schwebezustand der Unbestimmtheit zu verharren und der Verortung in Zeit und Raum zu trotzen.

Waren frühere Gemälde vorwiegend in verhaltenen Graustufen ausgeführt, deren Dramatik sich aus dem Kontrast zwischen Hell und Dunkel ergab, so bestimmen künstlich aufgeladene, fantastische Farbräume das jüngste Werk. In der atmosphärischen Unbestimmtheit von Jacobs szenischen Neufigurationen verschieben sich die Realitätsebenen, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen in der verzauberten Stimmung tanzender Quellnymphen oder dem Eindruck transzendental anmutenden Lichts in der Werkhalle einer Fabrik.

Bettina Deschler, 2022

http://www.rehbein-galerie.de

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